Gulda Cellokonzert jetzt auch für Sinfonieorchester

Am 1. Januar 2026 erlebte das Publikum im Kurhaus Wiesbaden eine besondere musikalische Premiere: Im Rahmen seines festlichen Neujahrskonzerts präsentierte das HR-Sinfonieorchester erstmals Friedrich Guldas Konzert für Violoncello und Blasorchester in einer neu bearbeiteten Fassung für Violoncello und Sinfonieorchester von Ingmar Sonnenmoser.
Unter der Leitung von Vitali Alekseenok, seit 2024 Chefdirigent der Deutschen Oper am Rhein, erklang das Werk erstmals in symphonischer Gestalt. Diese bewahrt den ursprünglichen Charakter des Konzerts und eröffnet zugleich neue klangliche Perspektiven. Den anspruchsvollen Solopart übernahm die Cellistin Anastasia Kobekina. Mit technischer Brillanz, klanglicher Vielfalt und großer stilistischer Flexibilität führte die international gefeierte Solistin durch die äußerst unterschiedlichen Ausdruckswelten des Werks.
Das 1980 entstandene Konzert für Violoncello und Bläser ist vor allem für seinen markanten Stilmix aus Rock, Jazz, Klassik und traditioneller Blasmusik bekannt. Die Bearbeitung bleibt dem Original stilistisch eng verbunden, überführt den häufig kammermusikalischen Gestus jedoch in einen symphonischen Kontext – ohne dabei an Authentizität zu verlieren. Ein zentrales Anliegen der Bearbeitung war es, dem unveränderten Solopart größtmögliche Transparenz zu verleihen und so auch eine Aufführung ohne elektronische Verstärkung zu ermöglichen.